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Am 14. Oktober
war es wieder einmal soweit - die IRONMAN-WM auf Hawaii wurde zum 24. Mal
aus-
Agetragen. Der Gipfel des Triathlonsports hat mit der heurigen Olympiaentscheidung
in Sydney zwar ,Konkurrenz" bekommen, aber nur im positiven Sinne.
Die Olympische Distanz erstreckt sich über 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren
und 10 km Laufen und der Bewerb ist nach weniger als zwei Stunden vorüber.
In Hawaii liegt der Streckenrekord von Luc van Lierde bei 8:04,08- daher kann
von zwei völlig unterschiedlichen Bewerben gesprochen werden, mit einem gänzlich
unterschiedlichen Anforderungsprofil für die Athleten. Nur wenige schaffen
den Spagat zwischen Kurz- und Langdistanz mit ansprechen- den Leistungen.
Hubert Hammerl
Zurück nach Kona. Was den Moslems Mekka, den Tennisspielern Wirnbiedon und den
Schifahrern Kitzbühei ist, ist für alle Triathleten Hawaii. Der Westen der Hauptinsel
der gleichnamigen Inselgruppe Hawaii ist seit mehr als zwei Jahrzehnten jeden
Oktober fest in der Hand der Ausdauerdreikärnpfer, die sich im Laufe des Jahres
sportlich oder mit Glück (Lotterie) einen Startplatz für diese große psy- chische
und physische Herausforderung erkämpft haben.
Das Hawaii wirklich zu den härtesten Ausdauerdisziplinen im Sport zählt zeigt der Umstand, dass einer der ganz großen im Radsport, der die "Tour der Leiden", die berühmte Radrundfahrt durch Frankreich schon acht Mal erfolgreich gemeistert hat, dieses Jahr nach Big Island zur Schinerzsuche im Pazifik gekommen war. Udo Bölts, der Telekom-Profi ist "fremdgegangen", um die Grenzen seines Körpers neu auszu- loten.
Seit 1996 ist es sein größter Wunsch, beim IRONMAN auf' Hawaii zu starten. Damals lernte er im Urlaub in Südafrika Lothar Leder kennen. Die beiden sind erst nur zusanunen Rad gefahren, dann ging Bölts auch mit zum Schwimmen und Laufen. "Da ist der Entschluss gereift: Ich versuche das mal". (Spiegel 41/2000).
Der jahrelange treue Helfer des Tour de France- Siegers Jan Ullrich hat es nicht nur versucht, sondern auch in der Zeit von 10:02,41 als 168. geschafft. Den IRONMAN-Hawaii als seinen ersten Triathlon auszuwählen, ist schon sehr mutig - und dann auch noch in dieser Zeit zu finishen mehr als beachtlich. Sensationell sind auch die oft belächelten rad- fahrerischen Leistungen der Triathleten. Insgesamt sieben Dreikämpfer haben die Radstrecke schneller bewältigt als der Radprofi aus Heltersberg. Auf dem Flug zurück nach Frankfurt verriet mir Bölts, noch nie in seiner langen Karriere als Radprofi so einen Wind erlebt zu haben und die Schmerzen beim Marathon waren brutal bis unerträglich.
Ein weiteres Indiz dafür, dass die Pilgerstätte der eingefleis-


chten Ausdauejunkies zu den härtesten Disziplinen im Sport zählt, zeigt der Umstand, dass sehr viele Kurzdistanz- Triathleten, die sehr erfolgreich ihre 51,5 km absolvieren, auf Hawaii entweder im Dunkeln ankommen, oder zwischen NELH (Natural Energy Laboratory of Hawaii) oder besser bekannt unter Energy-Lab und Alii Drive in den Weiten der Lavafelder vertrocknen".
Für Hawaii muss man sich erst einmal qualifizieren können, was von Jahr zu Jahr schwieriger wird (Roth 2001 hat 70 Slots weniger), aber dort dann auch zu bestehen, ist ein eigenes schmerzhaftes Kapitel. Besonders dann, wenn der besch... Passatwind MUMUKU mit mehr als 90 km/h - so wie heuer - von der Seite kommt. Ich war selbst ein Opfer dieses häufig drehenden Windes (5:23 zu 4:40 in Klagenfurt). Dieses Jahr soll es am Ärgsten gewesen sein, wie Vielstarter (17 mal!) und Dauerfinisher (10. Rang!) Ken Glah (vorne kurz, hinten lang - gemeint ist seine Haarpracht) im Ziel gemeint hat. Letztes Jahr soll es am "angenehmsten" gewesen sein, aber ich kann beruhigen - es war so stürmisch, das die Hälfte genug wäre.
Was macht den Mythos Hawaii-IRONMAN sonst noch aus? Die unverschämt hohen Preise, die beinahe jeden Tag wech- seln (einmal 5$ für ein Fax, am nächsten Tag 7$), das Wechselbad zwischen heiss-schwülen bis airconditioned"- kalten Temperaturen, das morgendliche Schwimmtraining zwischen hypernervösen Athleten beim Gedankenaustausch und "km-Stand-Märchen-Erzählen", das übertriebe Prozeclere beim Einchecken und den sich Ach so wichtig"-nehmenden Amerikanern, die übermäßige und aufdringliche Vermarktung des IRONMAN, die Siegerehrung (Awards Banquet), ein Mittelding zwischen Oskarverleihung und religiöser Freiluftmesse, der lange Flug von Europa ... sind es sicherlich nicht.

Vielmehr die Einmaligkeit, die sagenumwobene Entstehungsgeschichte, die unwirtlichen
und somit einmali- gen Bedingungen, die Triumphe (jeder Sieg, Duell Mark Allen
gegen Dave Scott 89) und Tragödien (Krabbelsprint 82, Paula Newby-Fraser 95,
Chris Leigh 97), die sich im Laufe der Geschichte des IRONMAN-Hawaii abgespielt
haben, die Mischung aus professionellen Hochleistungssportlern und ambitionierten
Hobbyathleten, die oft mit Kind und Kegel anreisen, um nach dem "Big-Event"
einen idyllischen Farnilienurlaub auf den paradiesischen Hawaii-Inseln, dem
abgelegensten Archipel der Welt mitten im Pazifik zu ver- bringen, die unzählige
Schar von Helfern, ... die dieses Ereignis jedes Jahr im Herbst zu einem unvergessenen
Erlebnis machen. Und jeder der hier durchkommt oder bess- er gesagt füüshed",
darf wirklich stolz sein zu dieser großen "Familie" zu gehören. Die Amerikaner
gehen noch weiter und sagen: It changes your life". Mir gehen immer nur
die